Historischer Spaziergang
durch Limón

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Historischer Spaziergang durch Limón

Am 25. September 1502 erreichte Christoph Kolumbus auf seiner vierten und letzten Reise unsere karibische Küste. Obwohl er aus Gesundheitsgründen nicht an Land ging, kannte er die Charakteristik der Region und nahm mit einigen Einheimischen Kontakt auf. Trotz dieser Tatsache blieb Carián (Limón) über zwei Jahrhunderte praktisch unbekannt, da die Häfen von Suerre (1576), Matina (1637) und später Moín (1839) die einzigen funktionsfähigen Häfen an der Karibikküste waren.

Mit der Unabhängigkeit kam bei unseren ersten Regierenden die Sorge um die Einrichtung eines Hafens an der karibischen Küste auf, der für den Handel mit Europa genutzt werden könnte. Allerdings war diese Möglichkeit durch die Schwierigkeiten, einen Weg bis zur Küste zu eröffnen, aufgrund der klimatischen Extreme und der undurchdringlichen Urwaldvegetation, beschwerlich.

Am 9. November 1865 erklärte die Regierung von José María Castro Madriz Limón zum Haupthafen an der Atlantikküste. Im Jahr 1870 erhielt Limón den Titel des Landkreises und nach dem Entwurf des Ingenieurs Francisco Kurtze ging man an die Rodung und das Abstecken der Stadtquadranten. Fünf Jahre später (1871) erfolgte durch die Konstruktion von Hafenanlagen die Verlagerung des Weilers Moín nach Limón. Um den Kaffeeexport zu erleichtern, versuchte die Regierung von Tomás Guardia im Jahr 1871 den Bau einer Eisenbahn, die das Valle Central mit Limón verbinden sollte, aber das Projekt scheiterte.

Es wurde 1884 mittels des Vertrags Soto-Keith wieder neu aufgenommen und am 7. Dezember 1890 wurde die Eisenbahn schließlich eingeweiht und der Northern Railway Co. überlassen. Der Bau der Eisenbahn brachte zwei entscheidende Faktoren für die Karibikregion. Der Erste war im Dezember 1872, als aus Kingston, Jamaika das erste Schiff mit schwarzen Arbeitern ankam, mit dem Ziel, sie bei den Arbeiten zum Bau der Eisenbahn einzusetzen. Danach siedelte sich diese Menschengruppe in dem Gebiet an. Das zweite bedeutende Ereignis war das Entstehen der Bananenplantagen und der transnationalen Enklave der United Fruit Co.(1899).

Am 25. Juli 1892 wurde Limón zum Kanton erhoben. Im Jahr 1903 wurde das Beleuchtungsystem installiert. Im Jahr 1907 verfügte die Stadt bereits über Abwasserkanäle und 1912 über Rohrleitungen für den Transport des Trinkwassers. Die Stadt Limón und die ganze Provinz wurde im 20. Jahrhundert zur multiethnischen und multilinguistischen Region, da zu ihrer Bevölkerung Schwarze, Chinesen, Einheimische und Mestizen aus dem Valle Central zählten.

Was den architektonischen Aspekt angeht, so verbreitete und integrierte sich der als karibisch-viktorianisch bekannte Stil sowohl in den großen kommerziellen Gebäuden wie auch im Wohnsektor. Bei der Gestaltung wurde besonderes Augenmerk auf die extremen klimatischen Bedingungen der Zone gelegt, was den Schutz vor Sonne und Regen betrifft. So konsolidierte sich für die Region eine ganz eigene architektonische Physiognomie, im Unterschied zu der im Innern der Republik. Das traditionelle Wohnhaus erbaute man aus Holz und es erhob sich auf Stelzen über dem Boden.

Ferner verfügte es über Kollonaden, Gänge, Mansarden und Petatillo-Technik zur Ventilation. Die Dächer wurden aus galvanisierten Eisenblechen gebaut und wiesen eine starke Neigung auf, mit schrägen, ausgeprägten Vordächern zum Schutz gegen Sonne und Regen. Heutzutage sind noch im überwiegend von Afrokariben bewohnten Viertel Jamaica Town viele zwischen 80 und 100 Jahre alte Häuser in diesem Stil erhalten, bemalt im traditionellen Blaugrün. In der ersten Hälfte des 20.

Jahrhunderts hatten der spanische Bauunternehmer César Rivaflecha Zavala, die Ingenieure Guillermo Gargollo und Rogelio Pardo und die Architekten José María Barrantes Monge und Rafael García in der Stadt Limón einen besonderen Einfluss auf Design und Beaufsichtigung bedeutender Bauwerke.

Im Jahr 1999 wurde die aktuelle Flaniermeile entworfen, die sich über 400 m, ausgehend vom Park Vargas bis zur städtischen Markthalle (Mercado Municipal) erstreckt.

1-Park Vargas

Liegt in den Avenidas 1 und 2, Calle 1.

Im Jahr 1895 spendete die United Fruit Co. das erforderliche Gelände zur Gestaltung eines Parks in der Stadt Limón. Der Provinzgouverneur Balvanero Vargas scheute keine Mühen in seinem Wunsch zur Konsolidierung eines wunderbaren Projektes und beauftragte verschiedene Schiffskapitäne, die den Hafen anliefen, dass sie ihm tropische Bäume aus Kuba und Jamaika (westindische Lorbeerbäume, Krotonbäume und Palmen) bringen sollten. Für den Entwurf des Parks engagierte er den auf der Insel Martinique ansässigen Franzosen Andrés Bonife. Basierend auf einer Grundfläche von 16.800 m2 wählte man, inspiriert von den Skizzen von Versailles, ein klassisches Design. Das Ergebnis war eine typisch tropische Grünfläche, wo die dichte Vegetation ein ideales Mikroklima schuf.

Im Jahr 1905 wurde er zu Ehren von Balvanero Vargas Park Vargas getauft. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stellte man einen vorgefertigten Pavillon aus Metall im viktorianischen Stil und mit einem achteckigen Grundriss (ähnlich dem ersten Pavillon des Parks Morazán) auf. Aber 1911 wurde beschlossen, ihn durch einen anderen aus Stahlbeton und mit neoklassischem Einfluss zu ersetzen. Der Platz hat ebenfalls einen achteckigen Grundriss, Eckpfeiler und vier Treppen; er zeigt typische Verzierungen von Pflanzen und Tieren im Art Nouveau. Sein Gestalter war César Rivaflecha. Der Park wurde am 26. Juni 1995 zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

2-Hafenamt (Capitanía de Puerto )

Liegt in den Avenidas 2 und 3, Calle 1.

Das Gebäude wurde in der Dekade von 1930 nach einem Entwurf von César Rivaflecha erbaut, um der Unterbringung des Hafenamts, der Provinzregierung und der Residenz des Gouverneurs zu dienen. Es weist eine afrokaribische oder Antillen-Typologie auf und ähnelt sehr den von der United Fruit Co konstruierten Bauten. Es ist ein Eckgrundstück und hat eine Grundrissaufteilung in L-Form über zwei Ebenen und umschliesst einen Innenhof. Es hat einen Balkon mit Balustrade im zweiten Stock, während man im ersten Stock eine breite Galerie beobachtet. Zum Bau verwendete man kleine Kiefernholzpaneele (pinotea- Podocarpus guatemalensis) für die Wände, Böden und Decken. Zur Ventilation wurde in Übereinstimmung mit dem Klima vor Ort auf Petatillo-Technik, große Doppelfenster oder vertikale Schiebefenster zurückgegriffen. Es funktionierte als Hafenamt und Sitz der Provinzregierung bis 1986. Am 26. November 1995 wurde es zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

3-Rathaus (Palacio Municipal)

Liegt in der Avenida 2, Calle O und 1.

Das gegenwärtige Gebäude stammt von 1942 und man sagt, dass der Grundrissplan dem Ingenieur Rogelio Pardo zukommt, während das Konzept der Vorderfront auf den Architekten José María Barrantes Monge zurückgeht, einen der angesehensten Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Costa Rica. An seinem Fassadenentwurf erkennt man einige sehr ähnliche, von Barrantes bei anderen Gebäuden im Valle Central benutzte Stilelemente. Es ist ein U-förmiger, neokolonial beeinflusster Ziegelbau, bei dem Stahlbögen des ersten Marktes von 1893 verwendet wurden. Am Gebäude heben sich die Galerien und Kollonaden ab, sowie die Rundbogenfenster im ersten Stock. In den letzten Jahren stellte man in seinen Gärten die Statue des indianischen Helden Pablo Presbere auf. Am 26. Juli 2002 wurde es zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

4-Altes Büro der United Fruit Co.

Liegt in den Avenidas 1 und 2, Calle 1.

Am 7. Februar 1880 ereignete sich die erste Verladung von Bananen auf das norwegische Schiff “Earnholm” mit Kurs auf New York. Damit begann, zu Exportzwecken, die Bananenproduktion unseres Landes. Die Gebäude wurden in der Dekade von 1880 gebaut, um der United Fruit. Co als Verwaltungsbüros zu dienen. Sie haben ein typisches Muster, dass in den Werkstätten der Kompanie in Boston, USA erarbeitet und in ihren karibischen Enklaven umgesetzt wurde.

Es sind Gebäude für das tropische Klima mit guter Raumgestaltung. Ein einstöckiges, rechteckiges Gebäude befindet sich an der nordöstlichen Ecke, während das Gebäude an der südöstlichen Ecke zweistöckig ist und einen L-förmigen Grundriss hat. Beide besitzen eine Metallstruktur, die die Balken und Säulen trägt. Die Außenwände sind aus Ziegelstein und im Innern weist das Gebäude Salons oder individuelle und weite Räume mit Unterteilungen aus Holz und französischem Bahareque (Pfostenbauweise) auf. Die Dachstruktur besteht aus unterschiedlichen Satteldächern mit grossflächigen Neigungen, um die Entsorgung des Regenwassers zu erleichtern. Das zweistöckige Gebäude besitzt Balkone und eine enorme Dachgaube, die die Ventilation und Beleuchtung der Mezzanine durch breite Fenster ermöglicht. Von beiden Gebäuden reichen große Vordächer bis zum Bürgersteig, die eine 100 m lange überdachte Galerie bilden, welche die Passanten vor Regen und Sonne schützt. In der Dekade von 1930 gibt die Kompanie die Bananenproduktion in der Karibik auf und die Gebäude werden der costaricanischen Bananengesellschaft (Compañía Bananera de Costa Rica) überlassen. 1972 werden sie von dem von Enrique Odio Cooper repräsentierten Unternehmen Cobre y Acero S.A. erworben.

Gegenwärtig beherbergen sie Büros und verschiedene Geschäftsräume. Am 18. Februar 1999 wurde es zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

5-Pension Costa Rica.

Liegt in der Avenida 2, Calle 1 und 2.

Das Grundstück, auf dem die Pension Costa Rica erbaut wurde, gehörte dem Architekten Quinto Vaglio Bianchi, einem italienischen Geschäftsmann. Im Jahr 1905 erstellte der Architekt Vaglio den Entwurf der dreistöckigen Pension und beauftragte César Rivaflecha mit dem Bau. Das Gebäude besitzt eine symmetrische Fassade mit völlig aufeinander abgestimmten Balkonen und Türen. Stilistisch ist es von der französischen Neoklassik beeinflusst und bietet ein einzigartiges Bild innerhalb der städtischen Landschaft. Die Pension wurde mithilfe einer Metallstruktur erbaut und die Wände sind aus Ziegelstein.

Ferner wurden die ersten beiden Stockwerken mit grauem und das dritte mit rosa Granitstein verklinkert. Auffallend sind ihre Balkone mit den schmiedeeisernen Geländern und falschen Säulen in den Rahmen der Türen, welche auf die Balkone führen, sowie der Schlussstein im Rundbogen, der den Zugang zu jedem Balkon krönt. Die Pension hat einen zentralen Innenhof und interne Korridore, die auf ihren drei Stockwerken zu diesem führen. Im Jahr 1919 gelangte das Hotel in den Besitz von Guillermo Niehaus Ehlers, 1973 übertrug er es an die Sociedad Coblenza Ltda. von Hans Niehaus Ahrens und 1982 erwarb María Lourdes Torres Zapata die Pension. Zum architektonisch-historischen Erbe wurde sie am 5. September 1997 erklärt.

6-Städtische Markthalle (Mercado Municipal)

Liegt in den Avenidas 2 und 3, Calles 3 und 4.

Jede neu gegründete Stadt muss eine Reihe der dringlichsten Bedürfnisse befriedigen. Zu ihnen gehört die Existenz eines Großmarkts für die Bevölkerung. Deshalb beschloss die Stadt Limon im Jahr 1893, ihren ersten Markt einzurichten, an derselben Stelle, wo der aktuelle Markt funktioniert. Später, in der Dekade von 1930 begann das Gebäude eine Reihe von Umbauten und Erweiterungen. Trotzdem geht sein gegenwärtiges Aussehen im Wesentlichen auf die ersten zwei Jahren der Regierung Calderón Guardia (1940-1944) zurück, dem Zeitraum, in dem er unter der Leitung von Rogelio Pardo Jchs und dem Architekten José María Barrantes praktisch wiederaufgebaut wurde. Für seine von Art Decó beeinflusste Gestaltung, der Markthalle von Kingston Jamaika sehr ähnlich, wählte er aus Gründen der Hygiene, Zierde und Sicherheit einen geschlossenen Baustil. Ursprünglich war es ein von weiten Gärten umgebenes symmetrisches Gebäude. Heutzutage präsentiert es ein chaotisches Erscheinungsbild, verursacht durch das Errichten einer Reihe von Läden in seinen alten Gärten. Am 22. September 1998 wurde die Markthalle zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

7-Post und Telegrafenamt

Liegt in der Avenida 2, Calle 4.

Das Gebäude wurde 1911 gebaut, sein erster Besitzer, von jüdischer Abstammung, war ein Herr namens Miiridge. Stilistisch gesehen weist die Immobilie eine Stilmischung von neokolonialen und neoklassischen an die Umweltbedürfnisse angepasste Tendenzen, sowie einige Verzierungen im Art Noveau-Stil auf. Der Entwurf geht auf den Baumeister César Rivaflecha zurück, der eine symmetrische Aufteilung mit U-förmigem Grundriss wählte. Es besitzt einen zentralen Innenhof, zu dem auf beiden Stockwerken interne Korridore führen. Es wurde aus Ziegelstein gebaut und weist eine kräftige Eisenstruktur auf.

Am Anfang wurde das untere Stockwerk für Ladenlokale benutzt und der zweite Stock als Wohnung. Von außen sieht man 15 große Türen auf Straßenhöhe und über ihnen eine gleiche Anzahl von mit schmiedeeisernen Geländern versehenen Balkonen. An seiner Fassade kann man auch Pilaster mit korinthischen Kapitellen bewundern. In den Tür-und Fensterrahmen hebt sich eine verzierte große Maske im Art Noveau-Stil hervor, mit ausgearbeiteten Motiven in polychromem Stuck, die auf Eisenbahn und Schifffahrt hinweisen. Im Laufe der Zeit fand es anderen Gebrauch. In der Dekade von 1950 erwarb es die Regierung und wandelte es um in den Sitz des Gerichtshofs, ein Friedensgericht (Alcaldía Penal) und die Polizeidienststelle. In der Dekade von 1960 beherbergte es die Büros der JAPDEVA, die Gendarmerie (Guardia Rural) und das Colegio Nuevo. Ab 1973 ist es das Post- und Telegrafenbüro. Ein Projekt will es in das Ethnohistorische Museum von Limón umwandeln. Es wurde am 5. November 1981 zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

8-Haus der Kultur (Casa de la Cultura)

Liegt in der Avenida 3, Calle 3.

1938 wurde das Gebäude aus Stahlbeton gebaut, um anfangs als Fleischmarkt der Stadt genutzt zu werden, doch 1939 wurde es in die Sanitätsstation (Unidad Sanitaria) von Limón umgewandelt. Die Fassade weist einen Art Decó-Stil auf, ein üblicher Trend in der Epoche. In den Jahren von 1960 wurde der Mittelflügel in das Restaurant Oasis umgewandelt, welches große Popularität unter den Seeleuten erlangte, die in den Hafen kamen, da das Restaurant außerdem einen großen Tanzsaal und eine Bar bot. Das Restaurant wurde von Rubén Acón León eröffnet, Mieter der Immobilie, der im zweiten Stock des Gebäudes auch die familiäre Wohnung einrichtete. In der Mitte der Dekade von 1980 nahm der Staat die Enteignung vor mit dem Ziel, es in das Volkstheater von Umán und ein Haus der Kultur umzuwandeln. Zu diesem Zweck wurde die innere Anpassung des Raums durch Abriss des zweiten Stocks und die Installation der Bühnenmaschinerie und Tribünen durchgeführt. In einer der seitlichen Abteilungen befanden sich die Büros des Hauses der Kultur und auf der anderen Seite bestand weiterhin die Buchhandlung Bonilla.

9-Schule Tomás Guardia Gutiérrez

Liegt in der Avenida 2 und 3, Calle 5.

1870 wurde Limón aufgrund der notwendigen Vorbereitung des Hafens für den internationalen Handel zum Landkreis erklärt. Zwei Jahre später begann die Markierung von Grundstücken und Parzellen, was eine effektive Besiedlung der Zone erlaubte. Damit wurde die dringende Aufgabe eine Grundschule für die Kinder des Dorfes einzurichten, unumgänglich. So wurde am 12. Februar 1877, während der Regierung von Tomás Guardia Gutiérrez (1870-1882) der Bau der ersten Schule angeordnet, mit dem Namen Instituto Escolar Superior/ Oberstufe für Jungen von Limón. Im Laufe der Zeit veränderte sich die schulische Infrastruktur, bis es während der Regierung von Rafael Ángel Calderón Guardia (1940 - 1944) gelang, ein neues zweistöckiges Gebäude aus Stahlbeton zu erbauen. Später wurde es durch neue Gebäude aus Ziegelsteinen und verzierten Blöcken erweitert. Der älteste, rationalistisch beeinflusste Teil ist ein Entwurf des Architekten José María Barrantes Monge. Das Schulzentrum ist als Institution die älteste der Stadt. Es führt den Namen des Generals Tomás Guardia Gutiérrez, zu Ehren des Präsidenten, der die erste Schule von Limón einrichtete. Sie wurde am 17. Mai 1989 zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

10-Baseballstadion Big Boy.

Liegt in den Avenidas 1 und 2, Calles 6 und 7.

Am Ende des 19. Jahrhunderts begann man auf einem offenen Sportplatz in der Stadt Limón mit dem Baseballspiel, ein Ergebnis des Einflusses der nordamerikanischen Angestellten, die wegen des Baus der Eisenbahn in die Karibik und der späteren Gründung der Bananengesellschaft in diese Zone kamen. Im Jahr 1887 wurde der Sportplatz, der sich später in das gegenwärtige Stadion verwandeln sollte, für die Baseballübungen formell eingeweiht und zehn Jahre später (1897) spendete die United Fruit Co. ein Grundstück rechtsgültig der Gemeinde, mit dem Ziel der Konsolidierung dieses Sports in der Stadt. In der Dekade von 1940 war das Stadion geschlossen und seine bescheidenen Installationen wurden umgebaut. Man baute neue Ziegelwände und Tribünen. In einem späteren Akt traf man die Entscheidung, es als Baseballstadion Big Boyé zu taufen, in Erinnerung und zu Ehren des herausragenden Spielers Bancroft Scott. Das Stadion besitzt keine bedeutsamen architektonischen Qualitäten, aber doch eine große Bedeutung für die Entwicklung des Sports in der Stadt. Es wurde am 18. Juli 2002 zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

11-Kathedrale

Liegt in den Avenidas 3 und 4, Calles 5 und 6.

Im Jahr 1892 errichtete man die erste Katholische Kirche von Limón und man wählte bei Gründung der Pfarrei als Patron das Heiligste Herz Jesu. Während der Zeit des Vikariats war die Kirche in der Obhut des Ordens der Vinzentiner, die aus Deutschland stammten. Zwischen 1954 und 1956 wurde aus Ziegel und Betonstruktur die vorige Kathedrale errichtet. In der Dekade von 1940 erbaute man aus Ziegelsteinen den neokolonial beeinflussten Bischofsitz. 1994 entstand die Diözese mit dem Priester José Francisco Ulloa als ihrem ersten Bischof. Die alte Kathedrale wurde im Jahr 2001 abgerissen. Die neue Kathedrale wurde vom mexikanischen Architekten Raúl Godar in einem modernen Stil entworfen. Sie weist ein einzigartiges Kirchenschiff auf und hat Sitzplätze für 600 Personen. Als Baumaterial verwendete man am Ort gegossenen Beton mit Sichtbeton. Sie wurde im Jahr 2009 geweiht. Im Gebäude sind die Glasfenster, die Glocken und der monumentale Christus der früheren Kathedrale erhalten. Innerhalb des neuen Projekts beschloss man, den Glockenturm der alten Kirche zu erhalten.

12-Black Star Line

Liegt in der Avenida 5, Calle 5.

Das Gebäude der Black Star Line wurde 1922 gebaut (das derzeitige stammt vom Ende der Dekade von 1980), Struktur und Endausführung bestehen vollständig aus Holz. Es weist einen vom karibisch-viktorianischen Stil beeinflussten zweistöckigen Entwurf auf. Im zweiten Stock fällt ein großer Mehrzweck-Saal auf, bekannt als “Liberty Hall”, der bei diversen kulturellen Aktivitäten und Veranstaltungen benutzt wird. Ein Außenkorridor schafft einen weitläufigen Balkon mit Geländer, der die Entlastung des Saals ermöglicht.

Im unteren Stock befinden sich eine Reihe von Geschäften, unter ihnen ein Restaurant mit karibischen Speisen und ein breiter überdachter Durchgang als Schutz gegen die Witterung. Es ist eines der repräsentativsten Gebäude der Stadt Limón, da es als Teil eines politisch-kulturellen Projekts gebaut worden ist. Im Jahr 1887 wurde auf Jamaika Marcus Garvey geboren (er war 1910 in Costa Rica), Schöpfer der Universal Negro Improvement Association (Asociación Universal para el Mejoramiento del Negro’, UNIA) und Förderer des “Black Africa Movement”. Diese Bewegung plante die soziale und ökonomische Verbesserung der Schwarzen auf dem amerikanischen Kontinent und die Organisation ihrer späteren Rückkehr nach Afrika. Deshalb begünstigte man in verschiedenen Ländern den Bau von Gebäuden, die als Bindeglied für ihre Ziele und der Dampfmaschinengesellschaft der Black Star Line dienen würden. So konsolidierte sich das Gebäude der Black Star Line in Limón als gesellschaftlicher Club, ähnlich anderen, die an verschiedenen Orten in der Karibik auftauchten. Am 16. März 2000 wurde es zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

1-Baptistisches Missionshaus (Casa Misionera Bautista)

Liegt in der Avenida 6, Calle 5.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Gebäude im viktorianisch-westindischen Stil gebaut, es erhebt sich auf Pfeilern und besteht vollständig aus Holz. Die zweistöckige, mit Balkonen ausgestattete Immobilie wurde für Büros der Baptistischen Kirche und als Wohnhaus genutzt. Ihr Bau ist dem Interesse der Baptistischen Gemeinde von Jamaika zu verdanken, die der in der costaricanischen Karibik ansässigen schwarzen Bevölkerung eine religiöse Mission finanzieren wollte. 1888 war die Baptistische Kirche die erste, die in unser Land kam, 1894 gefolgt von der Methodistischen und 1895 von der Anglikanischen Kirche. Am 27. Mai 1888 kam, gesendet von der Jamaikanischen Baptistischen Missionsgesellschaft (The Jamaica Baptist Misionery Society) der Pfarrer Joshua Heath Sobey nach Limón, mit dem Ziel, die Verhältnisse der Emigranten in geistiger Hinsicht zu beurteilen. Bei seinem Besuch wurde entschieden, eine Mission in Limón einzurichten, die das gesamte zentralamerikanische Gebiet versorge. Aus Jamaika kam die Finanzierung für den Bau und man ernannte Sobey zum Missionar. Ab seiner Einweihung war es als das “Missionshaus’ bekannt. Heutzutage dient es weiterhin als Sitz für die Kirchenbüros. Es wurde am 4. April 2002 zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

2-Fußballstadion Juan Gobán

Liegt in den Avenidas 2 und 3, Calles 8 und 9.

Am Anfang war der Platz, wo sich heute das Stadion befindet, eine offene Fläche, bekannt als Plaza Iglesias und gehörte der lokalen Gemeinde. In der Dekade von 1940 spielte man Fußball, aber es gab keine Tribünen. Im Jahr 1963 stieg das Team von Limón in die erste Liga auf. Zwei Jahre später (1965) wurde der Fußballplatz mit einer Ziegelmauer umschlossen und man stellte Holztribünen auf, so dass ein bescheidenes Stadion entstand. 1993 wurden, aufgrund der XV. Nationalen Sport-Spiele einige vorgefertigte Tribünen aufgestellt und man richtete die Büros der Kantonalen Sportkommission ein. Juan Gobán Quirós (1904-1930) war der erste, aus Limón stammende Fußballer, der in den ersten Ligas in der Stadt San José spielte. Er war zwischen 1921 und 1929 Clubmitglied bei Gimnástica Limonense und Club Sport La Libertad.

3-Wellenbrecher

Liegt längs des Küstenstreifens, der sich an der Stadt entlangzieht .

Noch 1883 überschwemmte das Meer während der Flut weite Teile bis in die Nachbarschaft der heutigen städtischen Markthalle. Angesichts dieser Situation nahm sich der Gouverneur der Provinzvon Limón, Balvanero Vargas (1893 bis 1905) vor die Lage zu ändern. Er ordnete an, die niederen Küstenstreifen der Stadt mit Sand, der in großen Karren von den nächstgelegenen Stränden gebracht wurde, aufzufüllen und einen Wellenbrecher zu konstruieren. Der Bau des Wellenbrechers hatte 1891 einen Bauvertrag mit Minor Keith zur Folge. Im Jahr 1895 begannen die Bauarbeiten der Steinmauer, die eine Dicke von 50 cm haben würde. Im Entwurf war ein Ausweitung im inneren Teil vorgesehen, um eine Plattform zu bilden, die sich entlang des gesamten Wellenbrechers erstrecken würde und auch dazu dienen sollte, hinaufzusteigen und das Meer zu sehen. Der Wellenbrecher erstreckt sich von westlich der Eisenbahnstation, vorbei am Zollamt und dem östlichen Stadtgebiet entlang bis in den äußersten Norden; das heißt, er verläuft vom Park Vargas bis zum Hospital Tony Facio.

Seine Konstruktion ermöglichte die Eliminierung des Fangos und das Wachstum der Stadt durch die Konsolidierung neuer Flächen, die unter der Bevölkerung für den Bau neuer Wohnhäuser verteilt wurden. Heutzutage ist der Wellenbrecher ein Bezugspunkt des städtischen Handelns und unersetzlicher Teil der städtischen Landschaft. Im Jahr 1991 schädigte ein starkes Erdbeben die Karibikregion, verursachte die Hebung der maritimen Plattform und bewirkte, dass sich das Meer etwa 50 m von der Küste zurückzog. Durch diese Situation verlor der Wellenbrecher seine ursprüngliche Funktion. Er wurde am 26. Juni 1995 zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

16-Hotel Cariari

Liegt in der Avenida 3, Calle 2.

1910 erbauten einige Investoren aus Großbritannien das zweistöckige Gebäude für die Einrichtung eines englischen Bankhauses. Der eklektische Entwurf mit neoklassischen Elementen ging auf César Rivaflecha zurück und wies eine Struktur aus Beton und Ziegel auf. Es besitzt Säulen mit Streifenmuster und korinthischen Kapitellen im ersten Stock und dorische Säulen im zweiten. In beiden Fällen war die Gestaltung von Balkonen und überdachten Korridoren möglich. Ein auffälliges Element des Gebäudes ist das Übermaß an verzierten Leisten auf den Tragbalken. Die Öffnungen im unteren Stock weisen Rundbögen auf, während im zweiten Stock Fensterstürze vorhanden sind. Im Lauf der Zeit diente das Gebäude unterschiedlichen Zwecken. Während des zweiten Weltkriegs war sie Besitz der amerikanischen Botschaft, die sie als Konsulat benutzte. Dann wurde sie eine Apotheke von Charles Kit Patrik. Später unter Tobías Berenson wurde das Gebäude als Wohnhaus und für Geschäftslokale genutzt. Unter María Maguini wurde es zum Hotel Cariari und heute gehört es Omar Corella Izquierdo. Am 23. Februar 2001 wurde es zum architektonisch-historischen Erbe erklärt.

5-Insel Quiribrí

Liegt gegenüber dem Hafen.

Im Jahr 1502 erreichte Christoph Kolumbus bei seiner vierten und letzten Reise die karibische Küste von Costa Rica. Seine Schiffe loteten unsere Küste aus und ankerten in der Nachbarschaft des heutigen Puerto Limón. Trotz allem stimmen die Quellen überein in der Feststellung, dass der Admiral nicht an Land ging. Man sagt, dass Kolumbus die Schönheit einer kleinen Insel bewunderte, die Cariay (Cariari) gegenüber lag. Es handelte sich um die von den Einheimischen als Quiribrí bezeichnete Insel und die er sich anschickte La Huerta zu taufen. Einige Zeit später wurde sie zu Uvita umbenannt. Die Insel liegt etwa 2 oder 3 km von Puerto Limón entfernt und man kann ihre Küste in nur etwa 10 Minuten erreichen.

Sie weist eine Fläche von etwa 6 ha auf, weniger als 1 längs von Norden nach Süden und vielleicht 300 m Breite. Es ist eine kleine Insel mit einer üppigen, für den tropischen Feuchtwald typischen Landschaft. Unter den vor Ort vorhandenen Pflanzen kann man Mandelbäume, Peruanischen Poro, Pacayapalmen, Tabakpflanzen, Guarumobäume, Westindische Zedern und eine Vielzahl an Farnen und Palmen beobachten. Auf der Insel hat man eine Mole, einen Leuchtturm und ein Landhaus errichtet. Sie wurde am 26. September 1985 zum architektonisch-historischen Erbe erklärt und 1986 stellte die Nationale Kommission für Nomenklatur ihren ursprünglichen Namen “Quiribrí” wieder her.

6-Denkmal für Pablo Presbere

Liegt in der Avenida 2, Calle 0 und 1

Man nimmt an, dass er in der Dekade von 1670 geboren wurde und Kazike von Suinse oder Suinsí war. Pablo Presbere ist durch seine als Krieger im Jahr 1709 gegen die spanischen Eindringlinge bewiesene Verwegenheit und seinen Mut als der gefürchtetste Krieger von Talamanca bekannt. Der Aufstand der Ureinwohner ergab sich durch die Ungerechtigkeiten und die Unterjochung, die die Spanier im Gebiet von Talamanca anrichteten. Es gelang ihm, die Indios um sich zu vereinen, die von Chirripó bis zur Insel Tojar oder Colón in der Bahía del Almirante lebten. Am 28. September 1709 griff er an der Spitze einer Gruppe von Cabécares und Térrabas das Kloster von Urinama an, um den Aufstand bis in die Nähe von Cartago auszudehnen.

Im Februar 1710 organisierte der Gouverneur Lorenzo de Granda y Balbín ein Heer, um die Aufständischen abzuwehren und gefangen zu nehmen. Am 4. Juli 1710 wurde Presbere in der Stadt Cartago hingerichtet. Eine 2,60 m hohe Bronzeskulptur, angefertigt von Emilio A., steht in dem Park der Kommunalverwaltung von Limón.

7-Denkmal für Simón Bolívar

Liegt in der , Calle 2

Er wurde am 24. Juli 1783 in Caracas, Venezuela geboren. General und Staatsmann, Anführer der amerikanischen Unabhängigkeit, erhielt er den Titel “Befreier” (Libertador). Seinen Geist nährte er mit der Lektüre der französischen Enzyklopädisten (Rousseau, Montesquieu und Voltaire). Er schwor, sein Leben der Befreiung seines Geburtslandes zu widmen. Im Jahr 1809 schloss er sich einer konspirativen Gruppe an, die den Unabhängigkeitsaufstand organisierte und beteiligte sich seitdem an bewaffneten Bewegungen, die zur Niederlage der spanischen Macht in Südamerika führten. Er führte ein mächtiges Heer und denkwürdig waren die Schlachten von Boyacá (1819), Carabobo (1821), Junín und Ayacucho (1824). Der Triumph der Waffen ermöglichte das Entstehen einer Reihe von Republiken entlang der Andenkordillere. Er starb am 17. September 1830. Eine 1973 vom Bildhauer Arturo Russ gestaltete, 75 cm hohe Bronzebüste steht im Park des Gerichtshofs von Limón.

8-Denkmal für Christoph Kolumbus

Liegt in den Avenidas 1 und 2, Calle 0.

Er wurde 1451 in Genua, Italien geboren. Schon sehr jung begann er seine Reisen und plante das Projekt, Indien über den Westen zu erreichen. Im Jahr 1492 erhielt er, zur Finanzierung des Unternehmens, die Unterstützung der Königin Isabel La Católica. Am 3. August 1492 startete er von Puerto de Palos mit dem Kommando über drei Karavellen: La Pinta, La Niña und La Santa María. Am 12. Oktober schließlich machten sie Land aus und kamen auf der Insel Guanahaní an, einer der Bahamas-Inseln. Am 25. September 1502 erreichte er auf seiner vierten und letzten Reise die Küste von Costa Rica, ohne an Land zu gehen, da er krank war. Seine Schiffe ankerten zehn Tage lang in der Umgebung der Insel Quiribrí, die vom Admiral La Huerta getauft, später als Uvita bekannt war und heute von neuem Quiribrí heißt. Auf Grund der 500-Jahrfeier der Entdeckung der Neuen Welt wurde am 5. Oktober 1990 im Park Vargas eine 90 cm hohe Bronzebüste von Christoph Kolumbus und seinem Sohn Hernando (Künstler unbekannt) enthüllt.

21-Balvanero Vargas Molina.

Liegt in der Avenida 1 und 2, Calle O und 1.

Er wurde in San José geboren und besaß eine Kaffeeplantage in Pavas. Er arbeitete in der Kommunalverwaltung von San José, war Schreiber in der Kurie und Sekretär des Präsidenten Jesús Jiménez Zamora. Später zog er in die Stadt Limón um und widmete sich einer öffentlichen Tätigkeit, die ihn als Wohltäter der Provinz auszeichnete. Im Jahr 1883 wurde er zum Provinzgouverneur und Oberbefehlshaber des Hafens ernannt. Dank seiner Amtsführung wurden solche Werke in Angriff genommen wie: der Bau des Wellenbrechers, um dem Meer Land abzugewinnen und die Stadt zu erweitern. Er entwarf den Zentralpark der Stadt (der seinen Namen führt), er installierte die Rohrleitung der Stadt und ließ die wichtigsten Straßen auffüllen. Balvanero starb 1905 in Limón. Am 12. Oktober 1973 wurde im Park Vargas seine 90 cm hohe, plastische Büste enthüllt, die der einheimische Bildhauer Néstor Zeledón Guzmán aus Granit angefertigt hatte.

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